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| Gunter Sachs - eine männliche Reaktion | |
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jellyamber Ist hier Zuhause
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| Thema: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Mo 09 Mai 2011, 23:26 © jellyamber | |
| http://www.sueddeutsche.de/leben/umgang-mit-demenz-es-ist-eine-maennliche-reaktion-1.1095056
Ich stelle mal den Artikel der Süddeutschen zum Freitod von Gunter Sachs angesichts der Diagnose Alzheimer hier ein. Ich habe mir selber oft Gedanken gemacht, wie ich reagieren würde, bekäme ich die Diagnose... Selbstmord liegt nahe, aber der Mumm würde mir dazu fehlen. Im Moment jedenfalls...
Bin gespannt auf eure Meinung.
LG Jelly
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| | | vargen Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 01:41 © vargen | |
| Hej tillsammans,
"Zeitungsgerede", natürlich weil es einen "Prominenten" betrifft, wenn ich es hier nicht gesehen hätte, hätte ich in der Presse den Artikel auch übersehen, da "ob ein Gunter Sachs gestorben oder gelebt hat" interessiert mich nicht.
Dies Gerede in der letzten Zeit, auch in den Medien "Demenz - dann nehme ich Tabletten" - typischer unqualifizierter Quatsch, meine Meinung!
Meine Mutter hat am Anfang auch oft verzweifelt, geweint und war depressiv - "was passiert mit mir?" Aber dann waren auch wieder "die normalen Phasen am Anfang und die Welt war wieder in Ordnung.
Auch wenn die am Anfang Diagnose feststeht, jeder Mensch hängt am Leben und gibt sich nicht so leicht auf. Auch weil ja die Demenz nicht bei jedem Menschen gleich verläuft. Wenn, dann muss man schon ganz früh Tabletten, oder so, nehmen, denn nachher ist man nicht mehr in der Lage, meistens.
Wenn Menschen so etwas machen, okay, ist ihre Sache, aber ich glaube, dass diese Menschen auch vorher schon labil waren und "mit sich und dem Leben nicht zurecht kamen".
Wenn jemand es machen will, soll er und man soll ihn dann auch nicht aufhalten.
Ich bin von meinem Glauben her nicht unbedingt "stark diesseits geprägt", da es nur ein kurzer Ausschnitt des "komplexen Lebensweges" ist, aber ich würde es wahrscheinlich nicht machen.
Frederik
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| | | | angel Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 06:15 © angel | |
| es ist halt schon ein grosser schock so eine Diagnose aber ich weiss nicht ob ich den mut haette und suizid begehen würde ich glaube nicht
nimm die Menschen wie sie sind,denn es gibt keine anderen.(Konrad Adenauer) Liebe Grüsse Angel |
| | | sylvia Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 07:56 © sylvia | |
| Moin, ich hörte es im Radio als wir unterwegs ans Meer waren. Ich denke da hängt noch was anderes dran, der Vater hat sich auch erschossen, als der Sohn 15 Jahre war. Labil würde ich auch nicht unbedingt sagen, eher wie es Ulli ausdrückt. Sie sind überfordert, wissen keinen Ausweg mehr, haben in der größten Not keine wirklichen Freunde die zuhören, sie in den Arm nehmen. Das trifft nicht nur auf Prominente zu, aber so erfährt man es und kann darüber diskutieren. Denke da auch an Inge Meysel, die immer eine Pille für den Notfall in der Handtasche hatte. Ob es nun grad Mut ist mmmhhhh ich denke er die Feigheit sich den Dingen zu stellen. Man sieht Menschen, wie er konnten alles haben, Reichtum, Frauen ........ und das Ende ist dann so traurig für die, die zurück bleiben. LG Sylvia
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| | | Admin Administrator
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 10:39 © Admin | |
| Ihr Lieben Darüber habe ich mir auch schon mal Gedanken gemacht. Aber ich vermute doch eher, das ich den Tag X immer wieder hinausschieben würde, bis ich es dann irgendwann auch nicht mehr selber ausführen könnte. Schon alleine desshalb weil mir ebenfalls der Mut dazu fehlen würde, um "freiwillig" von allem in diesem Leben Abschied nehmen zu können. Ich könnte ja doch noch was verpassen Ich persönlich sehe es so, das diese Entscheidung bei jedem Einzelnen und in dessen Freiheit liegt. Es liegt nicht in meiner Macht darüber zu Urteilen.
Liebe Grüsse
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| | | Marie Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 11:04 © Marie | |
| Für mich selbst könnte ich mir aus heutiger Sicht keine Situation vorstellen, um Selbstmord zu begehen. Darüber hinaus halte ich es mit Elisabeth Kübler-Ross, die herausgefunden hat, daß auch ein unheilbar kranker Mensch normalerweise nicht sterben will - wenn er halbwegs schmerzfrei leben kann. Wenn ein Kranker nicht das Gefühl haben muß, daß er allen nur eine Last ist, sehe ich die Suicidgefahr nicht groß. Bei G.Sachs fällt tatsächlich auf, daß auch sein Vater Suicid beging. Der Mann meiner früheren Nachbarin ist auch mit Suicid aus dem Leben geschieden - sein Sohn später ebenfalls. Ich glaube (keine Ahnung, woher das kommt), daß durch äußere Umstände eine latente Suicidgefahr zum Suicid führen kann. In gleicher äußerer Situation kämen andere Menschen nicht mal auf den Gedanken. Die Tochter einer Kollegin hat sich als junges Mädchen aus dem Fenster gestürzt und schwer verletzt überlebt. Erst danach ist festgestellt worden, daß sie an einer Geisteskrankheit leidet, die in Schüben auftritt. Also alles in allem ein recht vielschichtiges Thema. |
| | | Babsi55 Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 11:49 © Babsi55 | |
| In der heutigen Zeitung steht, dass bei Gunter Sachs die Demenz nicht einmal ärztlich festgestellt wurde, sondern aufgrund von Berichten und größer werdender Vergesslichkeit eine Selbstdiagnose war. Wahrscheinlich lag eine Depression zugrunde, die auch schon seinen Vater zum Selbstmörder werden ließ.. Es bleiben also nur Spekulationen. |
| | | Biggi Moderator
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| | | | mysunny Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 17:06 © mysunny | |
| Betreffend Suizid bei Diagnose Alzheimer......kann ich folgendes sagen: 2 meiner Bekannten - die eine ( 48 Jahre jung) hat ihre Mutter auf der gleichen Station im Pflegeheim wie Ferdi, der zweite hat sein Vater dort auch genau auf die gleichen Station. Sie würde es nie tun sagt sie. Er (40 Jahre jung) würde sich die Kugel geben...so sagt er......seit er sehen muss wie sein Vater lebt findet er es derart schlimm dass er das nie erleben möchte undf will. Was mich angeht weiss ich nicht ob ich den Mut hätte es zu tun solange ich noch soweit denken könnte....danach ist es sowieso zu spät. Ich bin aber heute der Meinung dass jeder Mensch selbst entscheiden dürfte ob, wenn er sehr krank ist und es keine Heilung gibt z.B. er weiter so leben will oder starben. Ich glaube allerdings dass diese Stunde für jeden Menschen schon feststeht...wenn die Stunde gekommen ist dann geschieht es. So gedacht würde also auch ein Suizid feststehen ? Ich verurteile die Menschen die es tun nicht, das steht mir nicht zu. Was passiert nachher ???? niemand weiss es und es ist gut so.
Schönen Abend an alle. |
| | | jellyamber Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 10 Mai 2011, 19:50 © jellyamber | |
| Ja, ich glaube auch, dass jeder seine Entscheidung trifft und ich glaube sogar, dass man diese Entscheidung gar nicht im Vorhinein treffen kann. Jeder schwere Erkrankung geht mit einer Depression einher, das habe ich am eigenen Leib erfahren, als ich mit 24 Jahren an Polyarthritis erkrankt bin. Nur das wusste ich damals nicht und habe mir auch keine Hilfe geholt oder bekommen. Ich glaube, so wie es in dem Artikel steht, den ich übrigens bis auf die Männerdiskriminierende Aussage gut finde: Krankheiten brauchen weit aus mehr Akzeptanz, um eine gewisse Normalität zu bekommen. Wenn sein darf, was sein kann - dann darf man auch in Ruhe und Geborgenheit in sein Vergessen wachsen. Ich finde das ist eigentlich das Traurige an jedem Selbstmord, der Gedanke, dass dieser Mensch nicht die Hilfe und Geborgenheit sich hat holen oder denken können, die er bräuchte. Gunter Sachs hat sicherlich genügend finanzielle Mittel gehabt, sich ein gutes Zuhause bis an's Lebensende zu schaffen - aber er hatte die Idee nicht. Darum sind wir alle hier im Forum so wichtig: Wir haben die Idee! Wir wissen, dass es geht, dass es viele verschiedene Wege gibt, auch noch bis zum Lebensende ein gutes und gelingendes Leben zu führen. Und wenn wir es nicht wissen, so bemühe wir uns doch jeden Tag, neue Lösungen zu finden. Schade, dass Gunter Sachs niemanden hatte, der ihm das vermitteln konnte. So war die Angst vor dem zerstörten Selbstbild größer... und das hat nu' echt nichts mit Männlichkeit oder Aushalten zu tun. Ideen muss man haben! und Antidepressiva! Oder? sagt Jelly - die noch ganz schön lange leben will
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| | | Susel Wohnt hier fast immer
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Mi 11 Mai 2011, 05:21 © Susel | |
| Ich würde mir sicher nicht das Leben nehmen.Ich hänge viel zu sehr daran.Ich denke,dass man in jedem Lebensabschnitt noch lebenswerte Momente haben kann. |
| | | mysunny Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Mi 11 Mai 2011, 07:30 © mysunny | |
| Hallo Jelly
Idee und Antidepressiva.....j a a a
was macht man nun wenn die Antidepressivas einem aus dem tiefen Tief nicht rausholen und man trotz all die Hilfe und Medis schlussendlich gar keinen Ausweg (mehr) sieht..... ? Von mir aus gesehen ist das der springende Punkt ob Suizid oder nicht.... die Person hat sozusagen, von ihr aus gesehen, "gar keine Wahl" ausser schluss zu machen. Ja ich weiss man sagt ja: man hat immer die Wahl......... aber das was jemanden der am Ende ist fühlt, kann keiner wirklich sehen oder verstehen, auch die rundum nicht, auch mit dem besten Willen nicht, so ein Mensch ist oft sogar in der Lage allen etwas vor zu machen und im inneren aber ist es tief tief dunkel und Verzweiflung ist das tägliche Brot. Dann braucht es vielleicht nur 1 Klick und es geschieht. Man kann sehr froh sein, wenn man nicht selbst in dieser Lage gerät.
In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Tag und an alle hier natürlich auch.
liebä gruäss Janine
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| | | jellyamber Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion So 15 Mai 2011, 10:59 © jellyamber | |
| - palousunny schrieb:
- Von mir aus gesehen ist das der springende Punkt ob Suizid oder nicht.... die Person hat sozusagen, von ihr aus gesehen, "gar keine Wahl" ausser schluss zu machen.
Liebe Janine, ich will dir schon seit Tagen antworten, und habe es immer wieder vergessen Ich stimme dir voll und ganz zu. Was du beschreibst, ist eine regelrechte Depression und da reichen oft Medikamente nicht aus, um den Mensch zu schützen. Da reicht oft ein scheinbar kleiner Anlass und der Suizid ist getan - da gibt es dann keine Wahl. Deswegen meine ich, es braucht Menschen um den Menschen herum, die Zuversicht, Sicherheit und Normalität signalisieren - und Ideen haben, wie es noch gehen könnte. Liebe Grüße Jelly
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| | | mysunny Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Di 17 Mai 2011, 13:22 © mysunny | |
| Liebe Jelly
ja das stimmt und was es alles braucht um gerade der eine Mensch nicht in der Spirale zu verlieren.....ist schwer zu sagen. Man kann nur hoffen, jeden bekommt zu rechten Zeit das was es unbedingt braucht um weiter machen zu können und aus dem tiefen Loch wieder raus zu kommen.
Ich wünsche dir eine gute Zeit.
liebä gruäss Janine |
| | | Gabika Ist hier Zuhause
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| Thema: Re: Gunter Sachs - eine männliche Reaktion Mi 18 Mai 2011, 06:37 © Gabika | |
| Schwieriges Thema. Die Antworten sind genauso individuell, wie die Menschen. Jeder hat eine andere Grenze, bis zu der er noch leben kann und will. Trauriges Thema! Für mich hat es aber auch sehr viel mit Stolz und Selbstbestimmung zu tun - egal wofür man sich entscheidet. |
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